Warum wir Frauen nicht ganz richtig ticken

„Mmmmhh – kann man das so schreiben? Noch dazu als Frau?“ Kaum habe ich die Überschrift formuliert, kommen mir auch schon Zweifel: Das ist zu provokativ, oder? Ob ich mal eben eine Freundin frage, ob ich das so schreiben kann? Typisch Frau.

Kennst du den Film „Er steht einfach nicht auf dich“? Ich mag den Film, nett und gespickt mit einigen Wahrheiten. Natürlich geht es hier um die Liebe und darum, dass Freundinnen einander nie sagen würden: „Lass gut sein mit dem Typen, er steht halt nicht auf dich!“ Wir können das Spektrum erweitern: Klamotten, Kosmetik, Kindererziehung (uuuaah – da beißt man sich doch lieber die Zunge ab, als bei einer Freundin mal zu hinterfragen, ob es tatsächlich sein muss, dass ihr Daniel die Kekse großzügig über den Boden verteilt, statt sie zu essen). Einfach, weil wir so empathisch sind – oder zumindest so tun.

Empathisch ODER durchsetzungsfähig?

Auch im beruflichen Bereich wird bei Frauen ihre besondere Empathie gelobt. Doch scheint das keine Qualität zu sein, die für die Chefetage gefordert wird (was ich persönlich sehr schade und falsch finde). Gerade erzählte mir dazu mein Freund (der im Übrigen auch sehr empathisch ist), dass er wohl zu nett zu seinen Mitarbeitern sei – nun hätte er seine Kommunikation mal umgestellt auf unfreundlich, und zack, plötzlich würden sie die ToDos besser abarbeiten. Mmmh – Ist das der Grund, warum Männer immer noch eher eine Führungsposition innehalten als Frauen? Heißt demnach empathisch sein = nicht durchsetzungsfähig sein? Ich glaube nicht.

Was ich allerdings glaube, ist, dass wir Frauen oft nicht genau formulieren, was wir wirklich wollen – dafür braucht es keine Unfreundlichkeit, sondern nur Klarheit (dies gilt auch für die Kommunikation mit den Mitarbeitern – hier wird häufig klare Kommunikation verwechselt mit Befehlston). Viele Frauen stellen die eigenen Bedürfnisse und Wünsche eher zurück, erwarten aber dann, dass dies auch wahrgenommen und gelobt wird. Und: Wir meinen, wir müssten bestimmte (gesellschaftliche) Erwartungen erfüllen. Ergo: Emanzipation hin oder her, die in uns abgelegten Glaubens- und Verhaltensmuster werden seit Generationen weitergegeben und es ist sehr mühselig, diese zu hinterfragen und zu transformieren.

Knapp daneben ist auch vorbei

Das Aufreibende für uns Frauen dabei: Wir WISSEN, dass wir nicht mehr ganz richtig ticken, doch haben wir meistens nicht die Tools, unsere innere „Uhr“ auf die neue Zeit einzustellen. So haben wir oft das Gefühl, nirgendwo ganz richtig zu sein. Denn es bimmelt ständig in unseren Ohren:

  • Du bist erfolgreiche Business-Frau – aber eine Familie hast du nicht hinbekommen, was?
  • Du hast „nur“ deine Kinder großgezogen – na Prost Mahlzeit, damit hast du wohl deine Selbstständigkeit als Karrierefrau an den Nagel gehangen und dich in Abhängigkeit von einem Mann begeben – ooohh wie schlimm, denn wir wissen bei unserer Scheidungsquote ja: Ein Mann ist keine Altersvorsorge.
  • Arbeiten und Kinder – da bist du doch bei NICHTS mit vollem Einsatz. Undundund…

Egal wie, irgendwie scheinen wir halt immer „knapp vorbei“ zu sein, also auch daneben. Oder andersrum.

Die „vermeintlichen“ Ansprüche, die wir Frauen spüren, beruhen ganz viel auf dem, was wir erlernt, was wir übernommen haben, was schon in uns angelegt ist, ohne dass wir überhaupt dessen gewahr werden konnten. Wir denken, wir müssten so sein – doch wer behauptet das wirklich?

Es braucht hin und wieder eines Zurechtrückens der eigenen Perspektive auf das, was wir selbst über uns denken und was wir tun. Denn es gibt viel mehr Menschen, die finden, dass wir ABSOLUT richtig ticken, als wir selbst glauben. Wann veränderst du also deine eigene Perspektive und wandelst deine Glaubenssätze?

Deine Constanze

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